Kategorie: Inspiration

Auberginen am Balkon – ein Plädoyer für Urban Gardening

Ein letztes Mal streichelte ich der Katze über den Kopf, sah mich suchend nach Vergessenem um und warf einen letzten Blick in den Garten. Es versetzte mir einen Stich, all mein Gemüse zu verlassen. In diesem Moment wurde mir bewusst wie sehr mir meine Pflanzen ans Herz gewachsen waren. Und dass es ganz und gar keine Gute Idee ist im August drei Wochen auf Urlaub zu fahren, wenn die angepflanzten Gemüsesorten ihre Haupterntezeit haben.

 

Doch mal von Anfang an. Seit ein paar Jahren gefiel mir der Gedanke, mein eigenes Gemüse anzupflanzen. Doch ich war schlichtweg zu faul und zu unentschlossen es in Angriff zu nehmen.

Als ich mich aber Frühjahr 2017 beim Schaugarten der Arche Noah in Schiltern wiederfand, konnte ich all den Jungpflanzen nicht widerstehen.
So kamen wir mit vollem Kofferraum in Wien an, nur um gleich wieder los und erneut das Auto vollzuladen – diesmal mit Töpfen und Erde.

Die folgenden Monate waren wie mit Neugeborenen, ich lernte ihre Zeichen zu deuten und ihre Bedürfnisse kennen und vor allem eins – sie zu lieben.
Die meisten setzte ich in Töpfe auf die Terrasse, ein paar auf den Balkon. Man braucht gar keinen (großen) Garten, ein paar Quadratmeter an der frischen Luft genügen.

Es soll in diesem Beitrag aber nicht nur um meine „Lovestory Pflanzen“ gehen, ich möchte euch näher bringen, warum ich Urban Gardening so wert- und sinnvoll finde und von meinen Erfahrungen erzählen.

Mit der Natur im Einklang – für dich und die Umwelt

Ich bin ein Stadtkind.
Auch, wenn ich als Kind gern im Wald war, bin ich der Natur entfremdet – ich weiß nicht, wie die Pflanze einer Aubergine aussieht, ob man Süßkartoffelblätter essen kann oder wann Mangold blüht. Und ich lehne mich mal so weit aus dem Fenster und sage – du wahrscheinlich auch nicht.
Versteh mich nicht falsch, ich liebe die Stadt, ihre Straßen und Kultur.
Doch es bringt soviel Freude wieder etwas von der Natur zu erfahren.
Einmal nicht zu googeln, Fachbücher zu wälzen, sondern einfach durch Beobachten und Fühlen zu lernen.
Kein Wunder, dass wir unsere Umwelt zerstören, wenn sie uns so fremd geworden ist.
Wie wollen wir saisonal und regional einkaufen, wenn wir eigentlich gar nicht wissen, was wo wann wächst ?
Ich nehme mich da gar nicht aus, ich weiß über vieles nicht Bescheid.
Doch seit Frühjahr habe ich einiges gelernt – man kann Süßkartoffelblätter essen, Auberginenpflanzen haben Stacheln und große Blätter und wenn Mangold blüht, enthalten seine Blätter so viel Oxalsäure, dass vom Verzehr abgeraten wird.

Es ist nicht nur schön der Natur beim Wachsen zuzusehen, sondern dies kann auch unser Leben so beeinflussen, das wir aus guten Wissen heraus nachhaltiger handeln können.
Ich würde auch sagen, wir fühlen uns nicht nur der Natur dadurch näher, sondern auch uns selber, aber das gerät jetzt schon in spirituelle Bahnen.

Auszeit – Endlich mal  wieder spüren statt denken und den Stress loslassen

Als ich meine Hände in die frische Erde grub, fühlte ich mich plötzlich sehr glücklich und zufrieden. Ich sorgte für meine jungen Pflänzchen, gab ihnen Raum zum Wachsen.
Abends tat dann zwar mein Rücken etwas weh, vom Heben der schweren Erde, aber ich konnte wirklich sehen was ich geschafft hatte.
Vielleicht bin ich produktiver, wenn ich lerne oder schreibe – aber abends sieht dann der Schreibtisch gleich aus, vielleicht ist ein Dokument mehr am Desktop, aber das wars.
Arbeitet man hingegen im Garten, sieht man die Spuren, das Ergebnis.
Es ist ein wunderbarer Ausgleich zu unserem verkopften Alltag.

Doch nicht nur das „Danach“ spricht für Arbeit mit Pflanzen. Währenddessen werden alle Sinne angesprochen, das Gefühl der Erde in den Händen, der Duft der Kräuter in der Nase, die Sonnenstrahlen im Gesicht, das Knistern, wenn sich trockene Erde mit Wasser tränkt.
So können wir aus dem Alltagsstress austreten und die Gedanken ein wenig zur Ruhe bringen.
Die meisten von uns verbringen zu viel Zeit drinnen, ich auch. Da tut es einfach gut an die frische Luft zu kommen. Der mentalen Gesundheit kommt das auch zugute.
Es spricht also auf seelischer, gedanklicher und physischer Ebene viel für Arbeit mit Pflanzen.

Frische Gemüse Ernte

Doch das wohl offensichtlichste – das Gemüse!
Die meisten Zutaten die in unserer Küche landen, haben einen weiten Weg hinter sich und schmecken dementsprechend. Viele wissen gar nicht mehr, wie gut frisches Gemüse schmeckt. Junge Aubergine, knackiger Mangold, sonnenwarme Tomaten – hach.
Durch eigenen Anbau können wir aber nicht nur die Frische garantieren, sondern auch deren Qualität und Aufzucht. Wir wissen genau ob Düngemittel verwendet wurde, wer alles schon seine Finger dran hatte und und und.
Es macht einfach Freude das eigene Gemüse zu kochen!

Gemüse wieder wertschätzen lernen

Seitdem ich eigenes Gemüse gezogen habe, schätze ich die Arbeit dahinter viel mehr. Lebensmittelverschwendung ist ein großes Umweltproblem – ich glaube, wir verschwenden unser Essen so freizügig, weil uns die Wertschätzung fehlt.
Hat man aber selber Arbeit rein gesteckt, bringt man es fast nicht über’s Herz das Gemüse zu verschwenden.

Ich wollte es auch immer so pur wie möglich verarbeiten, es in seiner ursprünglichen Form schmecken.
Durch Gemüseanbau können wir also wieder Nähe zu unseren Lebensmitteln und deren Herstellung schaffen und Freude an frischem, gesundem Essen finden.
Das natürlich auch die Transportwege und die Verpackung wegfällt ist eine gute Sache für die Umwelt.

Ästhetik und Sortenvielfalt

Nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch macht sich Gemüse gut. Der pinke Amaranth, die sich rankende Süßkartoffel und die kleinen weißen Erdbeerblüten.
Es ist auch besonders schön all die verschiedenen alten Sorten anzusehen und zu pflanzen. Das wiederum fördert den Erhalt der Sortenvielfalt und ist somit gut für die Umwelt.
Wenn euch dieses Thema interessiert schaut doch mal in meine Abschlussarbeit rein.

Das sind nur einige der Vorteile, die Gemüseanbau hat. Ihr merkt, für mich ist es mehr als nur das Endprodukt.

Von Eisheiligen und Dünger – How to Gemüse anpflanzen 

Nach dem ganzen Warum, kommen wir jetzt zum Wie.
Ich bin wirklich kein Profi und mein Daumen ist kein grüner, aber durch Beobachten und Tun lernt man. Die meisten Pflanzen habe ich bei der Arche Noah in Schiltern als Jungpflanzen gekauft.

Es ist zwar schon ein Stückchen von Wien, aber mir gefällt es dort so gut, dass es sich für mich ausgezahlt hat. Dort findet man viele verschiedene Sorten, in gutem Zustand. Selbst simple Petersilie von dort ist nicht mit Exemplaren zu vergleichen die ich in Wien gesichtet habe.
Mich hat es sogar zweimal dort hin verschlagen, das zweite mal zur Messe der Jungpflanzen Aussteller am 1. Mai. Dort tummeln sich dann noch ausgefallenere Sorten, es gibt Verpflegung und es ist gesteckt voll – aber schön!
Jedenfalls sind die Jungpflanzen bei mir gut gewachsen.
Nächstes Jahr würde ich allerdings gerne mehr mit Samen arbeiten, aus reiner Neugier. Denn selbst aus den Grünkohlsamen aus dem Baumarkt sind schöne Blätter gewachsen, trotz meiner anfänglichen Skepsis.
Den Prozess von kleinem unscheinbar, fast tot wirkendem Samen zum ersten kleinen Blatt und dann der starken Pflanze begeistert und verwundert mich immer aufs Neue.
Die kleinen Pflanzen tauchte ich zum Wässern immer in eine große Schüssel bis keine Luftblasen mehr aufstiegen. Bald topfte ich sie um. Vor den Eisheiligen musste ich sie dann manchmal reinholen, doch zu den speziellen Kaltempfinden finden sich etliche Informationen online.

Ich habe angepflanzt:

Mangold – mein größter Erfolg macht den Anfang. Gekauft hatte ich ihn wegen seiner tollen farbigen Stängel, nie hätte ich geahnt, wie gut er sich entwickeln würde. Angepflanzt in einem großen Topf wuchs er prächtig und ich konnte häufig ernten – eine richtige Freude. Mangold ist sehr zehrend und sollte dementsprechend häufig gedüngt werden. Ich hatte dazu einen vom Bioladen, der gut funktionierte. Sonst war er pflegeleicht.

Tomaten – ich habe zweierlei Tomaten – Black Cherry und gelbe Dattelwein. Beide schossen förmlich in die Höhe. Leider habe ich ein wenig spät herausgefunden, dass man sie ausgeizen muss, also wenn zwei Zweige wachsen und einer zwischen ihnen kommt, muss dieser entfernt werden. Vielleicht wären sie so ertragreicher, nun ja, „learning by doing“…
Tomaten sind auch zehrend und müssen vor Wind und Regen beschützt werden, damit die Früchte dann nicht platzen. Ausserdem benötigen sie eine Kletterhilfe.

Aubergine – ich war besonders traurig mein kleines Auberginchen zurückzulassen, das gerade reif wurde. Lange passierte nichts, doch plötzlich kamen die Blüten und ich konnte am Abreisetag meine erste Babyaubgerine essen – sie war so wunderbar zart. Es gibt viele Auberginenarten, die wir nie zu Gesicht bekommen. Ich habe zum Beispiel lange dünne.
Fazit – Aubergine im Topf, das geht.

Süßkartoffel – Süßkartoffel ist eines der Gemüse, die ich sehr gerne habe, aber selten esse, weil sie weite Transportwege hinter sich hat. Umso erstaunter war ich, als mir der Biobauer am Naschmarkt erzählte, sie wachsen bei ihm in Stadtnähe wie Unkraut. Also baute ich meine eigenen an. Ob sie was geworden sind ? Das wird sich noch zeigen. Doch die Blätter ranken sich über unsere Terrasse und können angeblich wie Spinat verzehrt werden – Bericht folgt.

Roter Neuseelandspinat – ein lustiger, wilder, das ist der Neuseelandspinat. Ganz harmlos sah er aus, als ich in einsetzte. Doch bald bahnte er sich seinen Weg, weit über den Topfrand hinaus. Lauter kleine, feine Blätter – aber zahlreich! Er ist perfekt für Salate, wenn auch etwas mühsam zu ernten. Wie gesagt, er liebt die Freiheit.

Malabarspinat – Malabaspinat ist da schon ganz anders. Dicke dunkel rote Stängel winden sich an seiner Kletterhilfe hinauf. An ihnen dunkle feste Blätter. Dieser ist eher für’s Kochen geeignet, speziell die großen Blätter.

Grünkohl – ich weiß ich oute mich somit als Health Freak und Hipster, aber ich liebe Grünkohl. Er ist einfach so vitaminreich. Massiert im Salat (kein Scherz, so wird er weich) oder knusprig aus dem Ofen – mmh. Gerade die jungen Blätter sind noch schön zart für den Salat. Ach – und er wächst ganz problemlos und ist nicht anspruchsvoll.

Erdbeeren- ich habe mir eine alte Sorte heraus gesucht, doch leider wuchsen sie nicht so gut – nächstes Jahr, nächster Versuch.

Amaranth – Amaranth ist uns als Getreide bekannt. Welche Pflanze dahinter steckt weiß fast niemand. Aus Spaß nahm ich sie mit – bis jetzt habe ich noch nicht geerntet, aber sie strahlt so ein intensives, tiefes Pink aus, von dem ich nicht wusste das Pflanzen das können.


Weitere Kräuter die ich gepflanzt und in der Küche lieben gelernt habe sind:

  • Blutampfer
  • Thai Basilikum
  • Zimt Basilikum 
  • Afrikanische Minze 
  • Zitronenverbene 
  • Organgenthymian 
  • Zitronenthymian 
  • Oregano 
  • Majoran 
  • Brunnenkresse 
  • Currykraut – riecht unglaublich gut nach Curry
  • Koriander – ich liiebe Koriander
  • Schnittlauch 

Blutampfer

Brunnenkresse

Zitronenverbene

Koriander

Verschiedene Thymiansorten

Mein Fazit aus dem Selbstexperiment Gemüse ist also:

es hat viele schöne Auswirkungen auf unser Leben und die Umwelt,
es ist einfacher als gedacht – fast alles lässt sich in Töpfen anbauen,
es ist eine Freude dem eigenen Gemüse beim Wachsen zuzusehen und es dann zu genießen.

Warning:
Es können Gefühle für die Pflanzen aufkommen, die den Urlaub erschweren.

Ich hoffe euch hiermit Lust aufs Gärtnern gemacht und einen kleinen Einblick in meine Töpfe gegeben zu haben. Sollten Fragen auftauchen – schreibt mir einfach.
Auf nächstes Jahr voller neuer Gemüse-Entdeckungen.

Justine kept calm and went vegan – Interview

Ich war ziemlich aufgeregt, als ich Justine angesprochen habe. Sie und ihr Blog sind eine Inspiration für mich. Veganismus, Fair Fashion und Nachhaltigkeit – drei der besten Themen über die man schreiben kann, wenn ihr mich fragt.

Auf der Wear Fair bin ich ihr begegnet – was für ein glücklicher Zufall!

Ich bin super glücklich, heute ein Interview mit ihr posten zu können.

Seit wann bloggst du und was/wer war deine Motivation/ Inspiration damit anzufangen? 

Ich blogge seit April 2015. Meine Motivation war vor allem, dass ich immer schon gerne fotografiert habe und ich meinen veganen Lifestyle gerne mit anderen Menschen teile.

Was zeichnet für dich einen guten und erfolgreichen Blog aus, bzw. gibt es da einen  Unterschiede? 

Ein guter Blog ist, meiner Meinung nach, nicht gleich ein erfolgreicher Blog und umgekehrt verhält es sich ebenfalls so, denn nicht alle Blogs, die guten Content liefern (was natürlich auch wieder im Auge des Betrachters liegt), haben eine große Reichweite und gehören für mich in die Kategorie „erfolgreich“.
Einen guten und erfolgreichen Blog macht für mich das Bereitstellen von durchdachtem Content aus, (nicht das 100te Fast Fashion-Outfit, das dem neusten Trend nachjagt), das hinterfragen von Themen, eine professionelle fotografische Untermalung der Texte mit ansprechenden Fotos. Regelmäßige Beiträge, eine gewisse Reichweite und ein schöner Social Media-Auftritt runden das Paket sozusagen ab. Außerdem finde ich es wichtig, dass der Blogger hinter dem Blog eine ehrliche und authentische Person ist, die außerdem eine Inspirationsquelle für ihre Leser darstellt. Ein letzter, wichtiger Punkt, der für mich einen guten und erfolgreichen Blog ausmacht, ist natürlich eine ansprechende, übersichtlich gestaltete Website, eben der Blog selbst. Artikel sollten oftmals zum Nachdenken anregen.

Was würdest du zu deinem jüngeren Ich sagen/ihm raten, das gerade den Blog gründet?
Zwar ist die Regelmäßigkeit der Beiträge sicherlich ein ‚Key to success’, wenn es ums bloggen geht, doch sich zum schreiben zu zwingen, wenn dein Kopf mal eine kreative Pause braucht hilft weder dir noch deinen Lesern. Nimm dir eine kleine Auszeit und stresse dich nicht. Alles ist gut und: You either win or you learn.

Wie wird man ein guter bzw. erfolgreicher Blogger?

Wichtig ist sicher, sich mit anderen Bloggern vernetzen aber am Anfang geht es vor allem darum, eine Nische finden, in der man Menschen erreicht, die Interesse haben. Technisch hilft es sehr, regelmäßig Posts hochzuladen, sich mit SEO-Optimierung auseinanderzusetzen, Social Media zu nutzen, abwechslungsreiche Themen zu behandeln ohne seinem Thema untreu zu werden. Und sonst? 
Ehrliche, authentische Artikel, guter Austausch mit den Lesern, Gastartikel schreiben, professionelles Kamera-Equipment, Weiterentwicklung im Bereich Fotografie, Zeitmanagement, etc.

Geht es um mehr als nur die Zahlen (Follower, Likes usw.) und was bedeuten die Zahlen für dich?

Natürlich geht es um mehr als Zahlen. Doch die Zahlen sind nunmal auch wichtig. Denn wenn du keine Leser hast, ist es schade um den Content und die Zeit, die man reinsteckt. Vor allem ist es wichtig seine Zahlen zu kennen, um zu erfahren, welche Themen die Leser interessieren und welche eben nicht.

Siehst du das Bloggen als Beruf,  ist es dein Zukunftsziel ?

 
Egal wohin mein Weg mich führt, das bloggen wird sicherlich noch eine lange Zeit ein Teil meines Lebens sein. Jedoch habe ich noch einige andere Pläne abseits des bloggens.

Was für einen Platz nimmt das Bloggen in deinem Leben ein?

Ich sehe Bloggen momentan als meinen Beruf, jedoch sehe ich es nicht als ultimatives Zukunftsziel. Ich werde wohl noch sehr lange bloggen, in kleinem Ausmaß, mir scheint, für immer. Einfach schon, weil es mir viel Spaß macht und ich sehe, dass ich andere Menschen mit den Themen, die ich anspreche, inspirieren und zum Nachdenken anregen kann.

Wie sieht der Alltag eines Bloggers aus ?
Natürlich dreht sich ein großer Teil der Arbeit, die wir tun, um das fotografieren, schreiben, Fotos bearbeiten und gestalten. Insofern hat das bloggen wirklich viele kreative Komponenten, was mir unglaublich wichtig ist. Ein weiterer Teil ist eher technisch; dazu gehören das pflegen der Website, SEO und was man sonst alles aus dem Online-Marketing kennt. Den sozialen Aspekt decken Blogger-Events oder –Reisen ab. Beides sehr schöne Gelegenheiten auch offline mit Gleichgesinnten zusammen zu kommen. Abseits dieser genannten Tätigkeiten nimmt das denken einen wichtigen Platz ein. Das mag etwas interessant klingen, ist jedoch so. Du denkst einfach ständig darüber nach, wie du den Blog weiterentwickeln kannst und neuen Themen einbauen könntest, aber das kennen sicher alle, die irgendwie unternehmerisch oder selbstständig veranlagt sind.

Wie verdient ein Blogger sein Geld, reicht es zum Leben? 
Blogger verdienen bspw. Geld durch gesponserte Beiträge, Affiliate-Links, Bannerwerbung und gesponserte Social Media-Beiträge. Bei manchem Bloggern reicht es zum Leben, andere verdienen ‚nur’ ein paar hundert Euro, wieder andere gar nichts und sehr erfolgreiche Blogger verdienen mehrere tausend oder zehntausend Euro pro Monat. Das hängt davon ab, wie groß die Reichweite ist und wie erfolgreich ein Blogger mit Unternehmen kooperiert. Das Einkommen bei Bloggern variiert schlussendlich auch deshalb sehr stark, weil in unterschiedlichen Branchen unterschiedlich viel Geld für Influencer ausgegeben werden kann. In Unternehmen in der klassischen, kommerziellen Modeindustrie ist dafür zum Beispiel viel mehr Budget vorhanden als bei nachhaltigen Möbelherstellern.

Was ist deiner Meinung nach der Unterschied von konventionellen Bloggern und Umweltbewussten? Was ist am „umweltbewussten“ bloggen der Nachteil und was der Vorteil ? (Kooperationen, zugeschickte Produkte,..) 

Als ’umweltbewusster’ Blogger ist es schwieriger bzw. langwieriger, Geld zu verdienen, da bspw. kleine Fair Fashion-Labels höchstens ein Produkt kostenlos zur Verfügung stellen können, jedoch keinen finanziellen Anreiz für einen Beitrag zahlen können. Man muss sich sehr oft gegen Kooperationen entscheiden, die einem zwar Geld bringen würden, aber nicht mit den eigenen Prinzipien zusammenpassen. Das ist sehr spannend, man lernt sich selbst gut kennen und muss sprichwörtlich dafür bezahlen, für die Dinge, an die man glaubt, einzustehen. Ich sehe einfach die Verantwortung hinter meiner Reichweite und stelle diese bei genannten Entscheidungen in den Vordergrund.

Bei Bloggern liegt Arbeit und Privates ja sehr eng beieinander, wo ziehst du die Grenze und hattest du damit schonmal Probleme ?

 
Man fragt sich vor allem am Anfang, ob dies oder jenes nicht zu privat ist, um es der Öffentlichkeit zu zeigen. Alles in allem hatte ich damit nie echte Probleme.

Wie handhabst du das im Urlaub ?
Es ist manchmal schwierig, weil man oft „in Content“ denkt. Manchmal geht es soweit, dass man einen Juice, den man sich kauft, danach auswählt, ob die Farbe ‚Instagram-friendly’ genug ist oder man natürlich dort Urlaub machen möchte, wo man auch schöne Kulissen für Outfit-Shootings hat. Man muss wirklich lernen, das manchmal abzuschalten. Doch seit einiger Zeit gelingt mir das ganz gut. Ich mache mir keinen großen Stress wegen meines Instagram-Profils und lege das Handy vor allem im Urlaub auch mal ein paar Tage beiseite.

Nervt es dich manchmal immer alles zu dokumentieren, also zum Beispiel das Essen immer erst zu fotografieren bevor du es isst ?


Ich mache extra Rezept Shooting-Tage, an denen ich alles fotografiere und arbeite so für die nächsten Wochen vor. Da stört es mich nicht, erst danach zu essen. Wenn ich mir etwas zu Mittag koche, zeige ich es manchmal auf Snapchat und auch da stört es mich nicht, es zu zeigen. Wenn ich jedoch einfach keine Lust habe, das Essen zu ‚snappen’, dann mache ich es auch nicht. Anfangs habe ich mich da mehr gestresst. Mittlerweile steht wirklich an erster Stelle, dass ich mich wohl fühle. Wenn ich kein Foto machen möchte, sondern einfach direkt schlemmen will, dann tue ich das! Wenn ich unterwegs esse, dann mache ich schon meistens ein Foto, aber das gehört mittlerweile irgendwie dazu und es stört mich und die Menschen in meiner Umgebung nicht.

Glaubst du, jeder von uns kann einen Unterschied machen und etwas positives bewirken ? (Schmetterlingseffekt,..)
Natürlich! Jede noch so kleine Entscheidung, die wir tagtäglich treffen, hat eine Folgewirkung, sei sie auch noch so klein. Jeder Mensch kann etwas Positives bewirken und einen Unterschied machen. Wie es sinngemäß auf der Berliner Mauer geschrieben steht: Viele kleine Menschen, die in vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.

Wie handhabst du das Technische, machst du alles allein oder hast du Hilfe ?
Ich habe die Website mit Hilfe von Youtube-Videos und Anleitungen im Internet aufgebaut. Dazu habe ich ein Theme von WordPress verwendet. Am Anfang war alles sehr verwirrend aber mittlerweile komme ich gut klar und wenn ich mal eine Frage habe, schreibe ich dem Support. Ich habe also alles alleine gemacht, wobei mir Alex, mein Freund, immer wieder hilfreich zur Seite stand und wir uns gemeinsam durch die Weiten des Webdesigns gekämpft haben.

Was liebst und was hasst du am Bloggen ?
Ich liebe, dass man eine eigene, kreative Welt aufbauen kann, dass man schreiben kann, worüber man möchte und andere an dem teilhaben lassen kann, was einen so beschäftigt und genau auf die Themen eingehen kann, die einem wichtig sind. Ich finde es toll, andere Menschen zu inspirieren. Ich mag nicht, dass man oft automatisch in Content denkt und sich privat und bloggen manchmal einfach zu stark vermischt. Doch das kann man, durch das eigene Verhalten beeinflussen und ich lerne täglich, besser darin zu werden, zu wissen, wann Arbeit Arbeit ist und wann Privates Privates ist.

Ist Wien eine gute Stadt für Blogger ? 
Ja, auf jeden Fall. Es gibt immer wieder spannende Blogger-Events, PR-Agenturen, die gerne mit Bloggern zusammenarbeiten und viele andere, sympathische Blogger, die ich immer wieder gerne treffe und mich mit ihnen austausche. Außerdem gibt es in Wien schon einige Blogger, die sich mit Fair Fashion auseinandersetzen, was ich natürlich auch großartig finde! Dass in Wien viele schöne Wände darauf warten, für Shootings als Hintergrund zu dienen, lasse ich jetzt mal außen vor.

Vielen Dank liebe Justine, dass du dir Zeit für mich genommen hast. Ich schätze das sehr. 

Schaut umbedingt mal auf ihrem Blog vorbei. 
Aufgepasst Jungs; ihr Freund Alex postet auch faire Mode für Männer dort!

Mein Weg zum Veganismus

2011 – Veganer waren noch nicht trendy, veganer Käse ein Fremdwort und das Hipstertum nahm erst seinen Anfang.
Klein Stephanie mochte immer gerne Fleisch, Tiere auch. Dann fiel ihr auf, dass das nicht so gut zusammen passt.

Ich war gerade zwölf Jahre alt, als ich das Buch Peacefood in die Hände bekam.
Damals war ich auf der Suche nach einem Jahres-Arbeits-Thema für die Schule.
Da kam das wie gerufen, ich fand Veganismus super interessant und wollte den Tieren nicht mehr so viel Leid zufügen.
Also stieg ich Fleischfresserin von einem auf den nächsten Tag auf eine vegane Ernährung um. 
Es fiel mir erstaunlich leicht, es war eine aufregende Zeit. 
Inhaltsangaben und Rezepte wurden fleißig studiert.
Ich der Schule wurde ich mit meinem Obstsalat etwas schief angeschaut. 
Eine meiner besten Freundinnen beäugte mich skeptisch und fragte, ob ich denn jetzt nicht jede Menge Pillen schlucken müsse, es sei doch so ungesund.
Fun Fact – diese Freundin ist jetzt selber Veganerin.
Ich habe in diesen Jahr sehr viel gelernt und vor allem meine Kochkünste haben sich sehr weiterentwickelt. Für mich war Veganismus keine Einschränkung, eher ein Grund, ganz neues Essen und Rezepte auszuprobieren.
Ich habe schon als kleines Kind gern mit meinem Vater gekocht.

Zu Weihnachten aß ich ein Stück Fleisch. Ich bin nicht stolz darauf, aber #letskeepitreal.
Mir ist das wichtig zu erwähnen, denn niemand is(s)t perfekt und es ist besser größtenteils vegan zu essen, als es gar nicht erst zu versuchen. 
Jedes Mal, wenn sich jemand für die vegane Alternative entscheidet, bringt das schon was. 
Also, wenn dir komplett vegan noch zu waghalsig erscheint, versuche es doch hin und wieder Mal.
Für mich war das das letzte Mal Fleisch, für immer ?
Ich weiß es nicht, momentan kann ich mir nicht vorstellen, wieder Fleisch zu essen.

Zum Veganismus gehört mehr als nur pflanzliche Ernährung.

Als nächstes beschäftigte ich mich mit veganer Mode. Dabei stieß ich auf zwei Onlineshops.
Zuerst entdecke ich den avocadostore.de, der damals noch nicht nach Österreich lieferte und ließ mir etwas nach Deutschland zu meiner Oma liefern. 
Der Avocadostore verkauft faire, ökologische und teils vegane Mode. 
Noch heute, besonders seit er nach Österreich liefert, finde ich, ist es ein guter Shop. Vor allem die Funktion, bei der man seine Kriterien wie zum Beispiel vegan, co2 neutral, biologisch und so weiter eingeben kann, finde ich toll.

Auch Muso Koroni, ein veganes Kleidungs- und Kosmetikgeschäft in Wien, fand ich im Internet. 
Ich übersah allerdings, dass sie in Wien stationiert sind und bestelle auch da über das Internet. Erst kam eine falsche Lieferung an, mit dabei Kondome, nicht gerade das, was sich eine zwölf Jährige wünscht 😉 
Aber dann bekamen wir schnell das Richtige zugesendet: ich hatte mir Lippenpflegestifte bestellt von Crazy Rumors. Das sind bis jetzt meine liebsten Lippepflegestifte. 
Bald will ich einmal selber Lippenbalsam machen, denn sie sind natürlich in einer Plastikhülle, was nicht sehr #zerowaste ist. Aber das ist jetzt ein anderes Thema.

MusoKoroni bietet auch vegane Schuhe an – die Stöckelschuhe aus Kork faszinierten mich damals sehr, aber sie waren mir zu teuer und vielleicht auch nicht ganz meinem Alltag entsprechend. 

Der nächste logische Schritt wäre jetzt vegane und tierversuchsfreie Kosmetik, aber meine Arbeit neigte sich dem Ende zu und ich beschäftigte mich nicht näher damit. #dontaskmewhy #teenagerbrainsareweird

Im Frühjahr 2012 hielt ich dann mein Referat und das Experiment fand sein Ende. 
Mir hat die vegane Ernährung aber so gut gefallen, dass ich sie beibehielt.
So aß ich circa zwei Jahre vegan. Dann ging ich langsam wieder zu vegetarisch über.
Es war keine konkrete Entscheidung, es passierte einfach Stück für Stück.
Das ist übrigens eine Erfahrung, die ich oft gemacht habe, auch, wenn man stark an etwas glaubt, sollte man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen, warum das so ist. 
Unser Hirn verdrängt schnell und das Wissen wirkt nicht mehr so intensiv. 
Du siehst diese grauenvollen Bilder und denkst dir, nie wieder werde ich ein tierisches Produkt anfassen und dann wird die Erinnerung immer blasser und du denkst dir, ein Stückchen Käse wird doch niemand schaden.
Fleisch habe ich allerdings, wie gesagt, nach dem einen Weihnachtsessen nie wieder gegessen. 
Das ist ganz witzig, aber für mich ist Fleisch einfach keine Option, ich denke gar nicht mehr darüber nach, das ich es essen könnte. 
Es wirkt überhaupt nicht anziehend oder lecker für mich, auch, wenn mir meine superlustigen Freunde immer Fotos von ach so geilen Burgern zeigen.
Bei Käse habe ich keine so große Hemmschwelle wie bei Fleisch, aber vermeide es doch fast immer.
Im Alltag funktioniert das echt gut, aber im Notfall würde ich schon auch mal vegetarisch essen, allerdings nie Fleisch.

Nach meiner mal-vegetarisch-mal-vegan Phase bin ich jetzt seit ungefähr ein dreiviertel Jahren wieder vegan. 
Vegane Ernährung ist für mich schon das normalste der Welt, es fällt mir nur auf, wenn mich jemand darauf anspricht. Denn Gewohnheit macht alles einfacher.
Es macht mir nach wie vor sehr viel Spaß, vegan zu kochen und auch bei meiner Allergie hat mir der Veganismus sehr geholfen, mehr dazu kommt bald in einem extra Post.

Und wie sieht es jetzt mit Kosmetik und Kleidung aus ?
Ich kaufe jetzt vegane Kosmetik und versuche mein bestes bei der Kleidung. 
Aber ich habe schon noch einige Wollpullis. Ich bin auf dem Weg und es ist mir wichtig zu betonen, dass ich nicht perfekt bin.
Vielleicht treffe ich nicht immer die nachhaltigste Entscheidung, aber ich versuche es. Also lasst uns #real bleiben und uns auf den Weg machen in eine vegane, nachhaltigere Zukunft.

Falsche Tierliebe

Ich mochte schon immer Tiere. 

Eine Hündin, drei Katzen, vier Meerschweinchen, vier Hasen, ein Hamster, vier Wellensittiche, zwei Pferde, Fische – unser Haus war der reinste Zoo in meiner Kindheit.
Auch vor Schnecken, Molchen und Käfern schreckte ich nicht zurück.

Wie litt ich, als eines der Meerschweinchen starb. 
Wie zerbrach es mir das Herz, als der Fuchs meine Häsin holte. 
Noch heute bekomme ich Flashbacks zu dem Tag zurück, als wir unsere Hündin einschläfern mussten, die Tränen kommen, das Haus ist still.
Wie sie schnarchte, es gibt kein beruhigenderes Gefühl, wie sie sich freute, wenn ich heim kam. Schließe ich jetzt die Türe auf, ist da bloß eine ganz traurige Leere.

Bin ich drei Tage nicht zuhause, sehne ich mich schon nach meiner Lila, meine Katze, die schon so lange zu meinem Leben dazu gehört.
Auch Nero, der Kater, was sind die beiden für Persönlichkeiten, so unterschiedlich, so witzig.


Ich mochte schon immer Fleisch.
Schinken, Sauce Bolognese, Würstchen, Fisch und Shrimps.
Essen, Genuss, Normalität.
Irgendwann begriff ich. 
Ich sah, wie heuchlerisch meine Tierliebe war.
Tränen vergiessen über den natürlichen Tod eines geliebten Tieres nach einem glücklichen langen Leben, währenddessen den unnatürlichen Tod eines anderen Tieres nach einem kurzen qualvollen Leben, nur für ‚a Schinkensemmerl‘ herbeiführen.
Nein, das war und ist nicht mit meinem Herz vereinbar.

Wenn es mir so leid tat, die Babykätzchen meiner Lila zu entreißen, wie so sollte ich das dann einer Kuh antun ?

Nie hätte ich die männliche Hälfte der Kätzchen getötet, weil sie nicht zu vermitteln sind, wieso sollte ich dann Eier essen ?

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, bei meiner Katze Milch zu trinken, wie so dann bei einer Kuh ?

Ich lass mich nicht von einer Tradition in die Irre führen, die mir Normalität vorgaukelt, wo ich doch weiß, dass anderswo Hunde aus Tradition gegessen werden.
„Pfui“, sagen die Europäer, „diese Asiaten“. 
„Pfui“ könnte man sagen, „wir Menschen“.

Ich bin nicht perfekt, aber ich tue mein Bestes, ehrlich zu mir zu sein.

Liebe ich Tiere, dann liebe ich Tiere, ohne Speziezismus. Nur so kann ich meiner Katze in die Augen schauen und sagen, ich liebe dich und all deine Artgenossen.

ps: Diese schöne Katze habe ich im Urlaub kennengelernt, wollt ihr ein Bild meiner Lila sehen, schaut bei diesem Beitrag vorbei.

Der Wasserfussabdruck unserer Ernährung

Unser CO2 Fußabdruck ist viel zu groß – das ist uns allen bekannt. Aber hast du schon mal über deinen Wasserfußabdruck nachgedacht ? 
Gerade in der Ernährung spielt dieser eine große Rolle, weil wir zum Beispiel, wenn wir uns vegan ernähren, sehr viel Wasser sparen können.
Letztes Jahr habe ich im Geografie Unterricht einen Aufsatz darüber geschrieben, den ich hier gerne mit euch teilen möchte:
Es wird zwar nicht unbedingt danach gehandelt, aber der CO2 Fußabdruck ist weit mehr bekannt, als der Wasserfußabdruck. 
Kampagnen fokussieren sich oft auf den häuslichen und industriellen Wasserverbrauch, wobei das nur zehn 10% das Wasserverbrauchs betrifft.
85 % des menschlichen Wasserfußabdrucks betreffen den Konsum landwirtschaftlicher, speziell tierischer Produkte, weil diese mehr Wasser pro Kalorien benötigen.


Will man also etwas ändern, sollte man bei der eigenen Ernährung anfangen, anstatt kürzer zu duschen.
Tierische Produkte verbrauchen wegen dem notwendigen Anbau von Futtermittel soviel Wasser. 
In den USA werden 68 % des angebauten Getreides an Tiere verfüttert.
Vom Sichtpunkt des Wassersparens wäre es sinnvoller, die pflanzliche Nahrung direkt zu Essen, anstatt sie in Fleisch zu „verwandeln“.
Die Wasser Fußabdrücke eines zum Beispiel Steaks können immens variieren, das kommt auf Aufzucht und Fütterung an.
Das verbrauchte Wasser einer industriell gefütterten und aufgezogenen Kuh stammt meist aus Grundwasser.
Das kann aus einem wasserreichen oder wasserarmen Bereich stammen.
Das Wasser der Weidekühe stammt meist aus Regenwasser, welches sowieso nicht für den Gemüseanbau verwendet werden könnte.
Die sozialen und ökologischen Folgen des Wasserverbrauchs in der Viehzucht hängen davon ab, wie wasserarm, beziehungsweise wasserreich die Landwirtschaft ist und ob das Wasser anderweitig eingesetzt werden könnte.

Der Schutz des sauberen Wassers kann nicht mehr Länder intern geregelt werden.
Zum Beispiel Europa; Europa importiert viele Produkte wie Zucker, Baumwolle und Sojabohnen die wasserverbrauchend in der Herstellung sind, zum Beispiel aus Brasilien.
Europäischer Fleischkonsum ist auf Wasserressourcen außerhalb Europas angewiesen.
Wenn Europa seine künftigen Wasserlieferungen sichert, wird das ein ökonomisches und politisches Problem. 
Wasserprobleme sind Teil der globalen ökonomischen Struktur; Wasserknappheit wird aber nicht in Kosten für Hersteller oder Konsumenten umgewandelt. Konsumenten und Hersteller profitieren und die Gesellschaften und auch Ökosysteme von denen das Produkt stammt, leiden unter Verschmutzung der Wasserressourcen.
Die Futtermittel der Massentierhaltung sind schwer zurückzuverfolgen.
Also, ausgenommen von lokal produzierten und gefütterten Produkten, ist der Wasserfußabdruck schwer zu bestimmen.
Die Komplexität der Herstellung konventioneller Produkte verbirgt die Zusammenhänge unseres Essens und dessen Fußabduck. 
Um effektive Regelungen für Wassersicherung zu machen, muss man diese Zusammenhänge beleuchten und verstehen.
In der wissenschaftlichen Literatur wird nur die Wassereffizienz der Landwirtschaft, nicht aber das Ernährungssystem angeschaut.
Es ist aber wichtiger zu schauen, wie viel mehr Kalorien pro Tropfen zu schaffen sind, als Ertrag pro Tropfen.

Konsumenten müssen auf Transparenz ihrer tierischen Produkte und deren Wasserverbrauch bestehen, der Weg sollte zu Erneuerbaren führen.