Panikattacken, Angst und Hypochondrie – meine Geschichte

Lange habe ich überlegt, ob ich diesen Beitrag teile, weil er sehr persönlich ist.
Aber da es hier um echte Gefühle gehen soll und mir zu dieser Zeit die Geschichten von anderen sehr geholfen haben – voila!
Ich bin sehr offen und hoffe, es kann ein Gespräch entstehen. Wenn es auch nur einem in dieser großen weiten Welt hilft, hat es sich schon ausgezahlt.

Vor ein paar Jahren habe ich ziemlich mit Panikattacken gekämpft.
Sie kamen meistens nachts. Ich lag im Bett und wollte einschlafen.
Dann überrollte mich ein Angstgefühl, mir wurde heiß und ich konnte gefühlt nicht gut atmen. 
Meist wusste ich nicht warum, es gab keinen triftigen Grund, die Angst war einfach da.
Dass ich am nächsten Tag in die Schule gehen musste, machte das ganze nicht besser.
Ich war immer eine der besten Schülerinnen, ich musste mir also eigentlich gar keine Sorgen machen. Doch vielleicht war genau das das Problem. Ich habe schon immer sehr hohe Ansprüche an mich selbst gehabt. Ich stresste mich selbst mit dem Gedanken, morgen umbedingt in die Schule gehen zu müssen und dort auch gut zu sein.
Das wird dann aber zur Spirale. Ich wollte einschlafen, bekam eine Panikattacke, konnte nicht schlafen, das stresste mich, ich versuchte zwanghaft ein zu schlafen und konnte genau deshalb nicht einschlafen und schon rollte die nächste Panikattacke an.

Oft kam die Panik vor wichtigen Tagen in der Schule, sei es ein Test oder der ewig lange Donnerstag. 
Mittlerweile kann ich sagen, ich habe Wege gefunden, das zu überwinden und ich hatte schon sehr lange keine Panikattacke mehr.
Was für mich aber immer noch ein Problem ist, ist das Reisen. Vor allem mit Gruppen, weil ich da einmal eine unschöne Erfahrung gemacht habe und mitunter wohl meine erste Panikattacke hatte. Damals wusste ich aber noch nicht, was das ist und wie man damit umgeht.
Wobei, wenn ich jetzt so darüber nachdenke, fällt mir ein, dass ich meine erste Panikattacke wohl doch schon früher, während der Trennung meiner Eltern hatte.
Zurück zum Reisen. Reisen stresst mich, reisen macht mir Angst. Das war nicht immer so und es ist auch schon viel besser geworden. Ich spreche hier vor allem über das sprichwörtliche Reisen, also der Weg von einem Ort zum anderen. Denn, bin ich eine Weile an einem Ort, mag ich es sehr gerne.
Nur der Übergang, generell Veränderungen, stressen mich. Das ist schwierig, weil ich sehr gerne neue Städte entdecke und es mich immer sehr inspiriert, die Umgebung zu wechseln.

UPDATE: Auch die Reiseangst wird immer kleiner und kleiner. Manchmal sehe ich sie schon gar nicht mehr, nur manchmal, manchmal stolpere ich über sie, wie ein fieser kleiner Legostein am Boden. Ich denke ihr kennt das Gefühl, wenn man darauf steigt.

Die dritte Sache, die ich gerne mit euch teilen würde, denn vielleicht geht es noch jemand da draußen ähnlich, sind Phantomschmerzen.
Ich bin mir unsicher, ob das das richtige Wort ist.
Eine Zeit lang, während meiner Panikattacken Zeit, spürte ich manchmal so ein Stechen im Herz Bereich, oft gepaart mit Angst. Mir fehlte nicht wirklich etwas, aber es beunruhigte mich trotzdem. Das mag auch daran liegen, dass ich ein bisschen hypochondrisch bin.

Das mag jetzt witzig klingen, aber glaubt mir Hypochondrie ist sehr anstrengend. 
Habe ich kleine Beschwerden, malt sich mein Hirn schon die wildesten Szenarien aus. 
Ihr glaubt gar nicht, an wie viel Krankheiten ich allein in den letzten Monaten erkrankt war.
An all meine meine Hypo Hommies da draußen, wenn ihr Rote Rübe esst, wird so manches rot. Nicht ausfreaken, es ist kein Blut 😉
Naja bis auf mein kleines Hypochondrie Problemchen, das auch immer besser wird, weil ich ja weiß, dass mein Hirn sich Horrorgeschichten nur allzu gern ausdenkt, die aber zu 99 % unwahr sind, komme ich ganz gut zurecht. 
Ich hatte schon sehr lange keine Panikattacke mehr und ich weiß, wie ich mit Angst umgehe. 
Zum Großteil schreibe ich das auch dem „Erwachsen werden“ zu, aber auch meine Homöopathische Ärztin und meine Familie und hell yeah ich selbst, haben mir sehr geholfen.
Also Geduld, alles wird gut, und, wenn es nicht gut ist, dann wird es bald besser.

Bald werde ich über meine Wege mit der Angst um zu gehen und wie auch du ihr den Kampf ansagen kannst, schreiben. Also schau bald wieder vorbei.

1 Kommentare

  1. Liebe Anouk,
    Ich bin zufällig über instagram auf deinem Blog gelandet und auf diesen Beitrag gestoßen. Ich mag meinen Namen nicht verraten, weil es mir etwas unangenehm ist, aber das Thema Panikattacken, was du hier beschreibst, breit mich auch. Früher als ich zur Schule ging, War ich genau wie du – eine der besten Schülerinnen, absolut freundlich und unauffällig, weder super beliebt noch unbeliebt. Und jeden Abend und jeden Morgen vor der Schule – Angst. Übelkeit, Zittern, Nervosität, ab und zu auch Erbrechen vor Nervosität… das hat mich einige Jahre lang begleitet. Ich habe keine Ahnung, was der Auslöser war – heile Familie, gute Noten, kein Mobbing… nach dem Abitur waren sie dann irgendwie einfach weg, und im Studium ging es mir meist auch gut. Inzwischen bin ich 27 und arbeite in einem Job, wo ich viel reisen muss. Das ging am Anfang auch sehr gut, aber sobald es zum Alltag wurde und nicht mehr aufregend w s r, hatte ich mehr zeit, mir Gedanken zu machen, wie es mir damit eigentlich geht. Und auf einmal war sie wieder da, die Angst, ab und zu auch Panikattacken. Besonders schlimm abends allein im Hotelzimmer, oder im Zug. Einfach das Gefühl zu haben, dass man der Situation nicht entfliehen kann, weit weg ist von zu hause, dem Rückzugsort, den Menschen, die man liebt. Vielleicht auch Kontrollverlust. Ich arbeite dran und hoffe es wird besser. Hast du ein paar Tipps, wie du gelernt hast, damit besser umzugehen? Was hat dir geholfen, was nicht? Wie reagierst du, wenn dich eine Attacke überfällt? Über deine Erfahrungen würde ich mich sehr freuen.
    Vielen Dank für deine tollen Blogpost.
    S.

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