Kategorie: Kopf

Authentizität auf Instagram

instagram, 25. 7. 17

für mehr klarheit, für mehr perspektive.
also, hier, das hier ist mein kleines profil im großen instagram dschungel.
hier lade ich meine gedanken ab, konserviere meine momente oder teile etwas, das mir wichtig erscheint.
alles ist authentisch, als einzelnes echt und doch nur ein kleines fragment vom großen ganzen das sich mein leben nennt.
mein feed ist nicht nur ein chaos, sondern auch stätig im wandel.
so war vielleicht früher fair fashion, nachhaltigkeit im vordergrund, jetzt drängen sich die reisen dorthin.
doch das sagt noch lange nicht, das mein persönlicher fokus so liegt.
denn nachhaltigkeit, ethische entscheidungen liegen mir immer noch am herzen.
nur outfits und ähnliches scheinen mir sinnentleert (und ich werd nicht gern fotografiert/hab niemanden der es tut).
städte, meer – ja, das gab es und wird in den nächsten wochen oft bei mir zu sehen geben.
doch sie dominieren nicht meinen alltag.
mein alltag ist, immer wieder diese straße entlang laufen, auf und aufwachen in wien, meinem zuhause.
doch immer das gleiche ?
nein, es ist doch viel schöner all die spektakuläreren momente zu fotografieren, fremdes einzufangen.
das da soviel mehr dahinter steckt, was es mir manchmal persönlich abnimmt dort hin zu kommen, das verschwindet schnell.
ich denke, was ich versuche zu sagen ist – urteilt nicht über menschen anhand von ein paar bildern und zeilen, seid nicht eifersüchtig oder eingeschüchtert und das sage ich vor allem mir selbst.
social media kann ein gefährliches spiel mit dem selbstwert sein, deshalb sollten wir uns immer wieder daran erinnern, das dieser nicht von herzen, daumen und zahlen abhängt.
das ist allein deine sache, an der du, dein innenleben und körper zusammen arbeiten.
das geht nicht von heut auf morgen, ich ertappe mich immer wieder, wie ich einem kommentar zu viel wert bei messe, doch der unterschied ist – es wird mir bewusst, ich erkenne mich selber dabei.
doch im grunde ist es etwas schönes hier diesen ort zu haben zum austausch, zur inspiration. den nur du selbst dir gestalten kannst, je nach dem welche menschen du in deinen virtuellen raum einlädst, aber es ist nicht alles und das ist auch gut so.

Auberginen am Balkon – ein Plädoyer für Urban Gardening

Ein letztes Mal streichelte ich der Katze über den Kopf, sah mich suchend nach Vergessenem um und warf einen letzten Blick in den Garten. Es versetzte mir einen Stich, all mein Gemüse zu verlassen. In diesem Moment wurde mir bewusst wie sehr mir meine Pflanzen ans Herz gewachsen waren. Und dass es ganz und gar keine Gute Idee ist im August drei Wochen auf Urlaub zu fahren, wenn die angepflanzten Gemüsesorten ihre Haupterntezeit haben.

 

Doch mal von Anfang an. Seit ein paar Jahren gefiel mir der Gedanke, mein eigenes Gemüse anzupflanzen. Doch ich war schlichtweg zu faul und zu unentschlossen es in Angriff zu nehmen.

Als ich mich aber Frühjahr 2017 beim Schaugarten der Arche Noah in Schiltern wiederfand, konnte ich all den Jungpflanzen nicht widerstehen.
So kamen wir mit vollem Kofferraum in Wien an, nur um gleich wieder los und erneut das Auto vollzuladen – diesmal mit Töpfen und Erde.

Die folgenden Monate waren wie mit Neugeborenen, ich lernte ihre Zeichen zu deuten und ihre Bedürfnisse kennen und vor allem eins – sie zu lieben.
Die meisten setzte ich in Töpfe auf die Terrasse, ein paar auf den Balkon. Man braucht gar keinen (großen) Garten, ein paar Quadratmeter an der frischen Luft genügen.

Es soll in diesem Beitrag aber nicht nur um meine „Lovestory Pflanzen“ gehen, ich möchte euch näher bringen, warum ich Urban Gardening so wert- und sinnvoll finde und von meinen Erfahrungen erzählen.

Mit der Natur im Einklang – für dich und die Umwelt

Ich bin ein Stadtkind.
Auch, wenn ich als Kind gern im Wald war, bin ich der Natur entfremdet – ich weiß nicht, wie die Pflanze einer Aubergine aussieht, ob man Süßkartoffelblätter essen kann oder wann Mangold blüht. Und ich lehne mich mal so weit aus dem Fenster und sage – du wahrscheinlich auch nicht.
Versteh mich nicht falsch, ich liebe die Stadt, ihre Straßen und Kultur.
Doch es bringt soviel Freude wieder etwas von der Natur zu erfahren.
Einmal nicht zu googeln, Fachbücher zu wälzen, sondern einfach durch Beobachten und Fühlen zu lernen.
Kein Wunder, dass wir unsere Umwelt zerstören, wenn sie uns so fremd geworden ist.
Wie wollen wir saisonal und regional einkaufen, wenn wir eigentlich gar nicht wissen, was wo wann wächst ?
Ich nehme mich da gar nicht aus, ich weiß über vieles nicht Bescheid.
Doch seit Frühjahr habe ich einiges gelernt – man kann Süßkartoffelblätter essen, Auberginenpflanzen haben Stacheln und große Blätter und wenn Mangold blüht, enthalten seine Blätter so viel Oxalsäure, dass vom Verzehr abgeraten wird.

Es ist nicht nur schön der Natur beim Wachsen zuzusehen, sondern dies kann auch unser Leben so beeinflussen, das wir aus guten Wissen heraus nachhaltiger handeln können.
Ich würde auch sagen, wir fühlen uns nicht nur der Natur dadurch näher, sondern auch uns selber, aber das gerät jetzt schon in spirituelle Bahnen.

Auszeit – Endlich mal  wieder spüren statt denken und den Stress loslassen

Als ich meine Hände in die frische Erde grub, fühlte ich mich plötzlich sehr glücklich und zufrieden. Ich sorgte für meine jungen Pflänzchen, gab ihnen Raum zum Wachsen.
Abends tat dann zwar mein Rücken etwas weh, vom Heben der schweren Erde, aber ich konnte wirklich sehen was ich geschafft hatte.
Vielleicht bin ich produktiver, wenn ich lerne oder schreibe – aber abends sieht dann der Schreibtisch gleich aus, vielleicht ist ein Dokument mehr am Desktop, aber das wars.
Arbeitet man hingegen im Garten, sieht man die Spuren, das Ergebnis.
Es ist ein wunderbarer Ausgleich zu unserem verkopften Alltag.

Doch nicht nur das „Danach“ spricht für Arbeit mit Pflanzen. Währenddessen werden alle Sinne angesprochen, das Gefühl der Erde in den Händen, der Duft der Kräuter in der Nase, die Sonnenstrahlen im Gesicht, das Knistern, wenn sich trockene Erde mit Wasser tränkt.
So können wir aus dem Alltagsstress austreten und die Gedanken ein wenig zur Ruhe bringen.
Die meisten von uns verbringen zu viel Zeit drinnen, ich auch. Da tut es einfach gut an die frische Luft zu kommen. Der mentalen Gesundheit kommt das auch zugute.
Es spricht also auf seelischer, gedanklicher und physischer Ebene viel für Arbeit mit Pflanzen.

Frische Gemüse Ernte

Doch das wohl offensichtlichste – das Gemüse!
Die meisten Zutaten die in unserer Küche landen, haben einen weiten Weg hinter sich und schmecken dementsprechend. Viele wissen gar nicht mehr, wie gut frisches Gemüse schmeckt. Junge Aubergine, knackiger Mangold, sonnenwarme Tomaten – hach.
Durch eigenen Anbau können wir aber nicht nur die Frische garantieren, sondern auch deren Qualität und Aufzucht. Wir wissen genau ob Düngemittel verwendet wurde, wer alles schon seine Finger dran hatte und und und.
Es macht einfach Freude das eigene Gemüse zu kochen!

Gemüse wieder wertschätzen lernen

Seitdem ich eigenes Gemüse gezogen habe, schätze ich die Arbeit dahinter viel mehr. Lebensmittelverschwendung ist ein großes Umweltproblem – ich glaube, wir verschwenden unser Essen so freizügig, weil uns die Wertschätzung fehlt.
Hat man aber selber Arbeit rein gesteckt, bringt man es fast nicht über’s Herz das Gemüse zu verschwenden.

Ich wollte es auch immer so pur wie möglich verarbeiten, es in seiner ursprünglichen Form schmecken.
Durch Gemüseanbau können wir also wieder Nähe zu unseren Lebensmitteln und deren Herstellung schaffen und Freude an frischem, gesundem Essen finden.
Das natürlich auch die Transportwege und die Verpackung wegfällt ist eine gute Sache für die Umwelt.

Ästhetik und Sortenvielfalt

Nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch macht sich Gemüse gut. Der pinke Amaranth, die sich rankende Süßkartoffel und die kleinen weißen Erdbeerblüten.
Es ist auch besonders schön all die verschiedenen alten Sorten anzusehen und zu pflanzen. Das wiederum fördert den Erhalt der Sortenvielfalt und ist somit gut für die Umwelt.
Wenn euch dieses Thema interessiert schaut doch mal in meine Abschlussarbeit rein.

Das sind nur einige der Vorteile, die Gemüseanbau hat. Ihr merkt, für mich ist es mehr als nur das Endprodukt.

Von Eisheiligen und Dünger – How to Gemüse anpflanzen 

Nach dem ganzen Warum, kommen wir jetzt zum Wie.
Ich bin wirklich kein Profi und mein Daumen ist kein grüner, aber durch Beobachten und Tun lernt man. Die meisten Pflanzen habe ich bei der Arche Noah in Schiltern als Jungpflanzen gekauft.

Es ist zwar schon ein Stückchen von Wien, aber mir gefällt es dort so gut, dass es sich für mich ausgezahlt hat. Dort findet man viele verschiedene Sorten, in gutem Zustand. Selbst simple Petersilie von dort ist nicht mit Exemplaren zu vergleichen die ich in Wien gesichtet habe.
Mich hat es sogar zweimal dort hin verschlagen, das zweite mal zur Messe der Jungpflanzen Aussteller am 1. Mai. Dort tummeln sich dann noch ausgefallenere Sorten, es gibt Verpflegung und es ist gesteckt voll – aber schön!
Jedenfalls sind die Jungpflanzen bei mir gut gewachsen.
Nächstes Jahr würde ich allerdings gerne mehr mit Samen arbeiten, aus reiner Neugier. Denn selbst aus den Grünkohlsamen aus dem Baumarkt sind schöne Blätter gewachsen, trotz meiner anfänglichen Skepsis.
Den Prozess von kleinem unscheinbar, fast tot wirkendem Samen zum ersten kleinen Blatt und dann der starken Pflanze begeistert und verwundert mich immer aufs Neue.
Die kleinen Pflanzen tauchte ich zum Wässern immer in eine große Schüssel bis keine Luftblasen mehr aufstiegen. Bald topfte ich sie um. Vor den Eisheiligen musste ich sie dann manchmal reinholen, doch zu den speziellen Kaltempfinden finden sich etliche Informationen online.

Ich habe angepflanzt:

Mangold – mein größter Erfolg macht den Anfang. Gekauft hatte ich ihn wegen seiner tollen farbigen Stängel, nie hätte ich geahnt, wie gut er sich entwickeln würde. Angepflanzt in einem großen Topf wuchs er prächtig und ich konnte häufig ernten – eine richtige Freude. Mangold ist sehr zehrend und sollte dementsprechend häufig gedüngt werden. Ich hatte dazu einen vom Bioladen, der gut funktionierte. Sonst war er pflegeleicht.

Tomaten – ich habe zweierlei Tomaten – Black Cherry und gelbe Dattelwein. Beide schossen förmlich in die Höhe. Leider habe ich ein wenig spät herausgefunden, dass man sie ausgeizen muss, also wenn zwei Zweige wachsen und einer zwischen ihnen kommt, muss dieser entfernt werden. Vielleicht wären sie so ertragreicher, nun ja, „learning by doing“…
Tomaten sind auch zehrend und müssen vor Wind und Regen beschützt werden, damit die Früchte dann nicht platzen. Ausserdem benötigen sie eine Kletterhilfe.

Aubergine – ich war besonders traurig mein kleines Auberginchen zurückzulassen, das gerade reif wurde. Lange passierte nichts, doch plötzlich kamen die Blüten und ich konnte am Abreisetag meine erste Babyaubgerine essen – sie war so wunderbar zart. Es gibt viele Auberginenarten, die wir nie zu Gesicht bekommen. Ich habe zum Beispiel lange dünne.
Fazit – Aubergine im Topf, das geht.

Süßkartoffel – Süßkartoffel ist eines der Gemüse, die ich sehr gerne habe, aber selten esse, weil sie weite Transportwege hinter sich hat. Umso erstaunter war ich, als mir der Biobauer am Naschmarkt erzählte, sie wachsen bei ihm in Stadtnähe wie Unkraut. Also baute ich meine eigenen an. Ob sie was geworden sind ? Das wird sich noch zeigen. Doch die Blätter ranken sich über unsere Terrasse und können angeblich wie Spinat verzehrt werden – Bericht folgt.

Roter Neuseelandspinat – ein lustiger, wilder, das ist der Neuseelandspinat. Ganz harmlos sah er aus, als ich in einsetzte. Doch bald bahnte er sich seinen Weg, weit über den Topfrand hinaus. Lauter kleine, feine Blätter – aber zahlreich! Er ist perfekt für Salate, wenn auch etwas mühsam zu ernten. Wie gesagt, er liebt die Freiheit.

Malabarspinat – Malabaspinat ist da schon ganz anders. Dicke dunkel rote Stängel winden sich an seiner Kletterhilfe hinauf. An ihnen dunkle feste Blätter. Dieser ist eher für’s Kochen geeignet, speziell die großen Blätter.

Grünkohl – ich weiß ich oute mich somit als Health Freak und Hipster, aber ich liebe Grünkohl. Er ist einfach so vitaminreich. Massiert im Salat (kein Scherz, so wird er weich) oder knusprig aus dem Ofen – mmh. Gerade die jungen Blätter sind noch schön zart für den Salat. Ach – und er wächst ganz problemlos und ist nicht anspruchsvoll.

Erdbeeren- ich habe mir eine alte Sorte heraus gesucht, doch leider wuchsen sie nicht so gut – nächstes Jahr, nächster Versuch.

Amaranth – Amaranth ist uns als Getreide bekannt. Welche Pflanze dahinter steckt weiß fast niemand. Aus Spaß nahm ich sie mit – bis jetzt habe ich noch nicht geerntet, aber sie strahlt so ein intensives, tiefes Pink aus, von dem ich nicht wusste das Pflanzen das können.


Weitere Kräuter die ich gepflanzt und in der Küche lieben gelernt habe sind:

  • Blutampfer
  • Thai Basilikum
  • Zimt Basilikum 
  • Afrikanische Minze 
  • Zitronenverbene 
  • Organgenthymian 
  • Zitronenthymian 
  • Oregano 
  • Majoran 
  • Brunnenkresse 
  • Currykraut – riecht unglaublich gut nach Curry
  • Koriander – ich liiebe Koriander
  • Schnittlauch 

Blutampfer

Brunnenkresse

Zitronenverbene

Koriander

Verschiedene Thymiansorten

Mein Fazit aus dem Selbstexperiment Gemüse ist also:

es hat viele schöne Auswirkungen auf unser Leben und die Umwelt,
es ist einfacher als gedacht – fast alles lässt sich in Töpfen anbauen,
es ist eine Freude dem eigenen Gemüse beim Wachsen zuzusehen und es dann zu genießen.

Warning:
Es können Gefühle für die Pflanzen aufkommen, die den Urlaub erschweren.

Ich hoffe euch hiermit Lust aufs Gärtnern gemacht und einen kleinen Einblick in meine Töpfe gegeben zu haben. Sollten Fragen auftauchen – schreibt mir einfach.
Auf nächstes Jahr voller neuer Gemüse-Entdeckungen.

Schicht um Schicht

Ich möchte gerne eine neue Serie hier einführen, wie ihr vielleicht wisst schreibe ich sehr gerne. Doch meine meisten Gedanken landen auf Instagram.
Da einige Leser kein Instagram lesen und ich meine Gedanken  auch hier festhalten möchte, beginnt heute die neue Serie – Gedanken. //

wer bin ich eigentlich? oh, so viele.
eine so simple und gleichzeitig tiefe frage.
ich habe das gefühl ich bin nicht eins, ich bin ein sammelsurium an arten, formen, tönen.
jeder ort bedeutet ein neues ich, eine neue schicht an persönlichkeit.
da ist die zurückgezogene stephanie, die still das meer geniesst,
die stephanie die durch all die fremden straßen läuft,
die wien-stephanie.
doch nicht nur die orte, auch menschen legen schleier über mein ich.
menschen aus der familie, schulzeit, freunde, ihr hier – online,
jeder bringt ein anderes ich zum vorschein.

all diese orte und menschen prägen mich, bilden mich schicht um schicht.
doch der kern, der ausgangspunkt, das bin nur ich, allein. bei mir und mit mir.
und nur, wenn dieses ich glücklich sein kann, können es all die anderen, dann zieht es sich durch alle schichten.

nun, das mag sich so anhören, als würde ich masken tragen, mein eigenes ich verbergen.
doch so ist es nicht gemeint, es steckt keine intention dahinter, sondern ist ein natürlicher prozess.
ich zeige mich, nur eben nicht alles. wir können gar nicht alles sein, zur gleichen zeit.
doch ist es nicht schön, sich immer wieder neu definieren zu können?
das erste mal, wenn du einen ort betrittst, einem menschen begegnest, kannst du dich ein stück neu erfinden, entscheiden wer du sein willst.
wieder zuhause lässt du diese hülle fallen, im wissen jederzeit wieder in sie schlüpfen zu können.
und so geht es durchs leben, schicht, um schicht, um schicht.
ob sie sich nun bilden, oder abfallen, das sei dir überlassen.
das bild wird immer klarer werden, doch im grunde kann nicht mal ich sagen, wer ich bin, weil ich es schlichtweg noch nicht weiß.
und ja – ich stecke in so vielen boxen und bin überseht von labeln.
die pflanzenliebhaberin, die veganerin, die junge, die stille.
und manchmal ist das schön, weil in diesen boxen tummeln sich leute, die einem ‚ich‘ von mir gleichen.
doch nur, weil wir uns in dieser einen box befinden, bedeutet das nicht, dass wir nicht noch in tausend anderen stecken.
also lass uns die boxen vergessen und einfach sein wer wir sind.
vielleicht finden wir es dann irgendwann heraus, immer aufs neue.

// don’t ever put yourself / let them put you in a box @ssein_

Poetry Slams für gemütliche Abende

Es ist ein verregneter Sommer und ich liebe es. Gibt es etwas gemütlicheres, als im Bett zu liegen, während draußen schwere Tropfen auf die Erde prasseln? Ach, und die frische, gute Luft, in der ein Hauch nasser Erde liegt.
Ein gutes Buch, ein Film oder eben Poetry Slams dürfen da nicht fehlen!
Also habe ich eine kleine feine Liste meiner liebsten Poetry Slams für euch zusammen gestellt.

Denn Anfang macht eine meiner all time favourite Poetinnen – Jule Weber. Holger und die Blumen ist ein wunderschöner Text, über den immer gleichen Alltag und den Wunsch, einmal daraus auszubrechen.

 

Der Titel „Die Orangenlimonade“, mit dem extra neu entwickelten Retro Design, verrät es schon – David Friedrich spricht von uns, den Hipstern und Alternativen und das auf eine sympathisch lustige Weise. Manchmal fühlt man sich ertappt und, über sich selber zu lachen, tut gut. Einer meiner liebsten Texte.

 

Till Reiners hat einen speziellen Humor – den mag man oder eben nicht. Ich tue ersteres und finde deshalb auch seinen Text zum Thema Dogmatismus und, warum Rechte und Linke manchmal falsch liegen, super.

 

Stimmungsvoller Text, tiefe Stimme – bei Tabakblätter und Fallschirmspringer von Patrick Salmen entsteht so ein inneres Gefühl, das man nur in eine Decke kuscheln möchte und nie mehr aufhören zuzuhören.

 

Nochmal David Friedrich mit der Antwort, was Schluckauf mit dem Aktzeptieren von sozialen und politischen Missständen zutun hat.

 

Und nochmal Jule Weber – diesmal über Vorurteile – ihre eigenen und die der Anderen. Ein sehr einfühlsamer Text.

 

Zum Abschluss ein relativ absurder Poetry Clip von – wie könnte es anders sein – Hinnerk Köln.

 

Genießt den Regen, ihr Lieben oder auch die Sonne, wie immer es kommt.

 

 

 

Wie ich zu einem nachhaltigen Podcast eingeladen wurde – Tonspur N

Wir alle kennen sie, die Zeit vor der Abgabe einer Arbeit. Keine Minute darf verschwendet werden, Stresslevel gleich 13252351451.
So wollte ich die sechs Stunden Fahrt von Wien nach Deutschland nützen.
Doch wie? Tja, da kommen dann Podcasts ins Spiel.
Ich stieß auf Tonspur N, den Podcast zu Nachhaltigkeit und CSR (Corporate Social Responsibility) von und mit Annemarie Harant, eine der Gründerinnen von Erdbeerwoche und Roman Mesicek,Studiengangsleiter des Master “Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement” und Nachhaltigkeitskoordinator an der IMC Fachhochschule Krems.
Wir, sie wussten zu dem Zeitpunkt ja nichts davon, verbrachten dann viele Stunden gemeinsam zwischen Österreich und Deutschland, ich, fleißig am Notizen für meine Abschlussarbeit machen und zuhören. Einige meiner Kapitel sind erst durch diese Informationen entstanden.
Begeistert schrieb ich ihnen eine Mail und wurde dann „schwups die wups“ zu einer Folge eingeladen, um darüber zu sprechen, wie man das Bewusstsein für Nachhaltigkeit unter Jugendlichen verschärfen kann und was das alles mit dem Internet zu tun hat.
Aufgeregt traf ich Annemarie zur Aufnahme des Podcast und seit 22. Mai ist nun die gemeinsame Folge auf iTunes online.
Also, wenn ihr Lust habt zu hören, wie mein nervöses Stimmchen seinen Senf zu Nachhachligkeit abgibt –  freue ich mich sehr!

Tonspur N, Folge 35 – die nächste Generation

auf …
Soundcloud
iTunes

Allen Ökotussis, Umweltfreaks und Menschen, denen die Zukunft dieses Planeten am Herzen liegt, kann ich den Podcast nur empfehlen.

Einige meiner Lieblingsfolgen:

Folge 34: Wir kaufen Nix – mit Nunu Kaller

Folge 32: Audienz beim Reparatur-Papst

Folge 24: Alltagstaugliche Ideen für eine bessere Welt – mit Thomas Weber

Folge 16: Frauen in der Nachhaltigkeitsszene

Folge 13: Ein Wirtschaftsmagazin für Nachhaltigkeit

Es formen sich Städte in meinen Kopf

es formen sich städte in meinem kopf, bevor ich einen fuß in sie setzte. sie existieren.
mein inneres auge wandert ihre straßen entlang.
dann der moment der auflösungen, wenn ich die fremde luft atme, alles in der schwebe zwischen phantasie und realität.
langsam werden stück für stück meine phantasie häuser ersetzt.
wieder zuhause überlagernd dann die realen plätze, meine zuvor erdachten.
doch irgendwo, tief vergraben, liegen sie, die städte meiner phantasie.
gleich neben all den gesichtern, die vor meinem inneren auge entstanden, lang bevor ich ihrem besitzer die hand schüttelte.
so koexistieren diese welten, meine innere und meine äußere.
sie beide wachsen mit jedem schritt den ich tue.
wenn ich alt bin, möchte ich, dass beide ihre wege über die welt bahnen, sie mir aus und über den kopf wachsen und aus dem herzen quellen.
ich möchte voll sein, voll von orten, gesichtern die ich in mir trage, die mich prägen.

Sei mal wieder kreativ!

Warum killen wir unsere Kreativität ? Wie und wann passiert das ?

Diese Frage ist mir bei diesen Post von @annaxwilde gekommen.
Ich habe überlegt – warum habe ich aufgehört Geige zu spielen, zu malen, den ganzen Tag zu lesen und zu schreiben ?

Ja, zum einen sind es die von ihr erwähnten „wichtigeren“ Dinge.
Wir geben Kreativität für andere „To Dos“ auf. Früher waren es die Hausaufgaben, dann die Arbeit, Erledigungen, der Alltag.
Wir messen ihr keine Priorität bei – sie ist eher Zeitvertreib, eine Spielerei ohne Zweck.

Sie ist eine Möglichkeit, kein Muss. Sie bringt uns nicht weiter im Leben. Oder tut sie das ?
Ich denke, wir vergessen dabei wie sehr sie das eigentlich tut. Denn betätigen wir uns kreativ, gewinnen auch unsere anderen Tätigkeiten. Der Kopf ist frei, mehr Energie für kreative Lösungen ist da und wir sind ausgeglichener.

Ja, vielleicht bleibt uns weniger Zeit, aber ich glaube, dass wir die Zeit dann viel effektiver und motivierter verbringen.

Und das ist keine gerade Linie – je öfter wir uns kreativ beschäftigen, desto mehr steigt unsere Kreativität.
Das klingt vielleicht verkehrt, aber Kreativität kann man üben.
Mir hat einmal ein Dichter erzählt, er schreibe jeden Tag, um so nie aus der Übung zu kommen. Und ich beobachte es an mir selber – je öfter ich schreibe, umso leichter fällt es mir, umso mehr Spaß habe ich dabei.

Doch ein weiterer Kreativitätskiller liegt gerade in deiner Hand.
Als ich klein war, war mir oft langweilig. Ich war dadurch gezwungen kreativ zu werden und verbrachte so ganze Tage malend, lesend.
Und eines kann ich dir sagen, Langeweile ist der beste Freund der Kreativität.

Ist uns langweilig, ist der Kopf frei, wir haben nicht in den Hintergedanken, was wir alles stattdessen tun sollten.

Doch – wann war dir das letzte Mal langweilig? Ich kann mich nicht erinnern und auch nur bei dem leisesten Anflug – das Handy, der Computer griffbereit.

Das diabolische Dreieck – Instagram, Facebook, YouTube – jederzeit da, um deine Zeit zu fressen. Das ist auch für unsere Konzentration ein echtes Problem.
Arbeiten wir ungestört, kommen wir nach 15 Minuten in einen Flow – den „Zustand völliger Vertiefung in eine Tätigkeit“ , wir fühlen uns „konzentriert, weder unter- noch überfordert, zeit- und selbstvergessen“ und vor allem eines – produktiv.

Doch wie soll das passieren, wenn wir durchschnittlich jede 18 Minuten vom Handy unterbrochen werden, laut Informatiker Alexander Markowetz. Ich glaube, es ist in meiner Generation noch wesentlich öfter.
Kennen wir nicht alle diese WhatsApp Gruppenchats – unnötiger als unnötige Nachrichten, die unsere Konzentration stehlen.

Doch mit der erhöhten Handynutzung steigt nicht nur die Zahl an gestressten, depressiven Leuten, sondern es leidet eben auch unsere Kreativität.

Auch, wenn es sich nicht so anfühlt, haben wir viele freie Minuten am Tag.
Wenn wir auf die Straßenbahn warten, wenn wir von einem Termin zum nächsten spazieren, wenn wir essen.
In all dieser Zeit könnten unsere Gedanken frei streifen. Doch es kommt nicht dazu, weil wir unser Handy in der Tasche spüren, weil wir während dem Abendessen eine Serie anschauen.

Wir minimieren unsere Zeit fürs Nachdenken, wie es nur geht. Das geht so weit, dass es schon fast unangenehm ist, alleine in der Stille zu essen, ohne Musik zur Straßenbahn zu gehen.
Wir haben die Stille zu fühlen verlernt.
Vielleicht macht es uns ja auch unbewusst Angst unseren Gedanken freien Lauf zu lassen. Denn dabei könnten ja unsere Gefühle zum Vorschein kommen. Oder Kreativität entstehen.

Mit der Störung der Konzentration, verlernen wir auch die Geduld. Wir müssen ja heutzutage nicht mehr wirklich warten, wir können es uns ja gar nicht mehr leisten zu warten.

Don’t you know how busy and important I am? I got so much to do.

Maybe I’m just trying to distract myself from my mortality.
Oh I’m too busy to see the sky
I’m too busy to know
Too busy to fly
Too busy to die
Too busy to rest my soul “
– Tom Rosenthal

 

Unsere Wartezeiten verbringen wir am Handy. Sitzen wir vor einer schriftlichen Aufgabe, der Kopf scheint gerade leer – Handy her. Wir haben nicht mehr die Geduld, Leere auszuhalten.

So kann Kreativität frustriert sein, denn manchmal wird es nicht so, wie wir uns es vorstellen, wir müssen geduldig weitermachen, üben. Ich denke, Kreativität lehrt uns Geduld.
Zum Beispiel Kalligrafie ist anfangs eine Herausforderung an unsere Geduld, doch bleiben wir dran, kommen wir in den „Flow“, ist es herrlich entspannend und konzentrationsfördernd zugleich.

Vor ein paar Wochen war ich bei einem Digital Detox Camp der Wurzelwerkstatt, ein anderes Mal mehr darüber. Aber der „Handy-Entzug“ und das gemeinsam kreativ sein, hat wahnsinnig gut getan.
FOTOS: Maximilian Salzer

Meine kreativsten Momente sind immer unvorhersehbar. So bin ich am Heimweg und muss kurz in den Straßen  stehenbleiben, um die Abschlussrede, die mir soeben in den Kopf geschossen ist, nieder zu schreiben.

Irgend ein Haus, ein Blatt hat meine Kreativität entfacht. Denn ist unser Kopf einmal frei, der Körper beschäftigt, fällt uns einiges ein. Und manchmal nichts. Aber das ist auch okay. Kreativität ist nicht planbar, Kreativität passiert. Wir können nur die richtigen Gegebenheiten schaffen. Wir können uns vor ein weißes Blatt setzten, das Handy weit weg.

Schlussendlich sollten wir der Kreativität wieder mehr Wert beimessen, wir sollten sie und ihre Effekte zelebrieren, genießen und vor allem eines – sie praktizieren.
Egal ob mit Farbe, Buchstaben oder in unseren Gedanken.

Zero Waste am Naschmarkt / photo diary

Der Zero beziehungsweise Minimal Waste Lifestyle interessiert und beschäftigt mich momentan sehr. Im Gegensatz zum Veganismus ist es etwas neues für mich, das es zu erforschen gilt. 
Schon früher bin ich gerne auf den Markt gegangen, aber jetzt mit Korb, Beutel und Tüchern ausgestattet, macht es mir noch mehr Spaß.
Samstags ist mein Markttag. 
Drei Wochen lang ging ich immer zum Wochenmarkt in der Altgasse, weil ich dort in der Nähe ab zehn Uhr arbeitete.
Jetzt, wo ich Samstags wieder frei habe, erkunde ich gerne neue Märkte.
Bis jetzt habe ich es nur bis zum Naschmarkt geschafft, der mir so gut gefällt, dass ich bisher nicht mehr davon losgekommen bin.
Klar, als Wienerin ist der Naschmarkt für mich nichts neues.
Die fixen Stände dort interessieren mich nicht. 
Aber die Bio-Bauern Stände, die in der zweiten Reihe und nur Samstags zu finden sind, haben es mir angetan.
Dort gibt es aussergewöhnlich buntes Gemüse und Obst, viel Grünzeugs, coole Kräuter und gutes Brot. 
Also ging ich an einem regnerischen Oktober Samstag mit Korb und Geschirrtuch bewaffnet hin und machte ein paar Fotos für euch.

Das ist für euch Gemüsefetischitsten!
Meiner Meinung nach ist Gemüse mindestens so schön wie Blumen. Wo wir schon beim Thema sind – es gibt auch wunderschöne Blumensträuße dort, die nicht so kitschig-langweilig aussehen, wie gewöhnliche.

Es ist eindeutig Herbst – der Markt ist voller Kürbis – ich liebe es.

Die frischen Kräuter – der wahre Grund warum ich so gerne auf den Markt gehe. Gerne kaufe ich welche ohne genau zu wissen, was es ist und koste sie dann zuhause und erfinde ein Gericht damit – es gibt nichts inspirierendes in der Küche für mich.

 

Wir haben wohl die letzten regionalen Himbeeren der Saison erwischt – und sie waren so gut!

Für Superfood Fanatiker wie mich darf natürlich Grünkohl und Rote Beete nicht fehlen. Superfoods müssen nämlich nicht immer exotisch und teuer sein.

 

Auch jede Menge Knollen tummeln sich auf dem Markt.

 

 

Salad muss nicht langweilig sein- auf dem Markt findet ihr Bunterbuntes um euren Salat aufzupeppen.

 

 

Traut euch ruhig die Verkäufer zu fragen, ob sie euch das Brot in ein mitgebrachtes Tuch einwickeln, den Mangold in einen Stoffbeutel geben – ich habe bis jetzt nur positive Rückmeldungen bekommen. Festes Gemüse wie Kürbis könnt ihr unverpackt in euren Korb geben.

Mein Geldbeutel ist übrigens aus Kork – wasserabweisend und eine geniale Alternative zu Leder.

Haltet auf jeden Fall Ausschau nach Sorten die es nur jetzt und hier am Markt gibt – so lernt ihr neues kennen und fördert Sortenvielfalt.

Kurz bevor der Flohmarkt anfängt, gibt es einen Stand mit wunderschönen Sträußen! Es tut gut so einen Zuhause zu haben, es macht glücklich.

Dann bleibt euch nichts mehr, als glücklich mit lauter Schätzen im Beutel nach Hause zu gehen und ein gutes Mittagessen daraus zu zaubern. Wenn der Samstag so schön und erfolgreich anfängt, kann es nur ein gutes Wochenende werden!

Ganz in der Nähe ist das Babettes – dort kann man wunderbar durch (vegane) Kochbücher stöbern und an duftenden Gewürzen schnuppern. Doch Vorsicht – Geld-Ausgebe-Gefahr.

PS: Riecht umbedingt am Orangenpfeffer – so gut.

OUTFIT INFO:
Jeansjacke – second hand – bootik54
Kleid – fair, vegan, bio – lovjoi
Leggings – fair, bio – living crafts
Ohrringe – handgemacht in NY – michael michaud
Rucksack – handed down

April Playlist oder ich wundere mich über die Menschheit

Ich finde, Musikgeschmack ist etwas sehr persönliches. 
Spiele ich jemanden Musik vor, bekomme ich Selbstzweifel – gefällt es ihr ? Habe ich mich jetzt als uncoole Socke geoutet? 
Deshalb ist es eigentlich ein Witz, hier Musik Tipps zu posten. 
Allerdings; liest das hier überhaupt irgendjemand ? Wenn, ja schreib mir mal ein Kommentar, damit ich weiß, dass du hier warst 😉

So, here we go – die April Playlist.

Ella Grace – She und Away from here

Ella Grace Denton folge ich schon seit, ja wie lange eigentlich ? Langem auf Instagram.
Sie wird beschrieben als ‘blissful bohemian sun baby’. Sie ist eine sehr sensible, empathische Persönlichkeit, die diesen Winter mit einer Depression kämpfte. 
Ihr Instagram Account dreht sich um ihre Liebe zu Heilsteinen, ihrem ’Sleepy Dog’ Lola, Female Empowering, Second Hand Mode, veganem Essen, Mental Health und natürlich Musik. Was mich wieder auf den Punkt bringt. Am 2. April hat sie ihre ersten Lieder veröffentlicht. Sie sind sehr ruhig, mit Meerrauschen im Hintergrund. Ich mag ihre brüchige Stimme sehr gern.
Es ist mal wieder ein Beispiel wie Social Media die Welt verändert. Ella hat ihre Lieder mit Musiker Freunden aufgenommen, ohne teures Tonstudio. Und doch klettern diese zwei Lieder dank ihrer Bekanntheit auf Instagram die Charts hoch.

Von Wegen Lisbeth – Grande

Eigentlich sollte das Album „Grande“ von „Von Wegen Lisbeth“ ja auf meinem „Ist deutschsprachige Musik eigentlich cool“ Post landen, aber, wenns zu spät ist, ist es zu spät. Also hier. Gute Laune Musik, lustige Texte. 
Auch als Musik zum Laufen gehen ( für Leute wie mich, mit null Kondition und einem Schweinehund, der einem Wildschwein ähnelt ) erprobt. So gut, dass ich jetzt jeden Tag jogge, ist sie allerdings auch nicht. Ich bleib bei meinem Yoga und den Workouts.
Hört doch mal zum Beispiel in „Meine Kneipe“ , „Milchschaum“, „Drüben bei Penny“ oder „Wenn du tanzt“ rein.

Wiener Blond – ZWA

Meine treuen Leser (hallo Mama und, ja wer eigentlich sonst ?) wissen, dass ich Wiener Blond mag. Deshalb taucht ihr nun nicht mehr ganz so neues Album ZWA hier nochmal auf.
Zum Beispiel „Süsser“.

Granada – Eh ok

Um bei den Wienern zu bleiben – Granada. Die sind eh ok.

Juse Ju – Übertreib nicht deine Rolle

Ich halte ja sehr wenig von der Österreicher-Deutsche Hassbeziehung, denn ich bin die lebendige Vereinigung der beiden. Mehr Österreicherin als Deutsche – aber ich muss sagen, es sind beide halt einfach Menschen, mit mehr oder weniger liebenswerten Spleens. Deshalb hier auch mal ein Deutscher – Juse Ju! 
Apropos Deutsche:

Anarchie und Alltag – Die Antilopen Gang,
Konzert in der Arena Wien

Platzangst und Rap Konzerte sind eine interessante Mischung. 
Ich leide jetzt nicht akut darunter, aber so einen Anflug davon konnte ich schon verspüren, als ich auf dem Antilopen Gang Konzert in der Arena Wien war. 
Es begann sehr entspannt. Juse Ju als Vorband, die Leute kamen langsam ‚in den Modus‘. 
Dann warten auf die Antilopen. Wieso muss man auf Konzerten eigentlich immer warten ? Es ist ja nicht so, dass die Musiker zehn vor neun erfahren, dass sie heute in der Arena spielen sollen. Naja hier hängt meine uncoole Socke wieder raus, ich seh’s schon. 
Es beginnt und wir sind mittendrin. Alles okay, Spaß und so. 
Als sich dann die Menge teilt und nach dem Countdown aufeinander zu rennt, ziehe ich meine Freundin schnell an den Rand. Während ich da stehe, vor mir qualmende Menschen, hinter mir Gras aufsteigt und betrunkene Füße auf meine steigen, wundere ich mich über die Menschheit. Stell dir die Menschen mal objektiv vor, so als wären sie Tiere. Wir bezahlen Geld, um uns in dunkle, enge, stickige Räume zu zwängen, betrinken uns, schauen uns fremde Menschen, die auf der Bühne hüpfen, an und fühlen uns ihnen nahe. Und das komische – es macht uns Spaß! 
Naja mit Pfeifen im Ohr und einer Erfahrung reicher mache ich mich also wieder auf den Heimweg. Und ich muss sagen, auch mir hat es eigentlich ein bisschen Spaß gemacht.
(Hört doch zum Beispiel mal „Pizza“ )

Martin Tingvall – Distance

Ein starker Kontrast zu den Antilopen und Juse Ju.
Widmen wir uns dem Jazz.
Die Platte Distance von Martin Tingvall habe ich im hamburger Plattenladen Hanseplatte gekauft. Besonders schön finde ich die Hintergedanken zu diesem Album, hört euch unbedingt die Erklärung von Tingvall an. Er spricht darüber wie er wieder Ruhe in den gestressten Alltag bringen möchte. Und das schafft er – beim zuhören kommt man runter. Die Inspiration für „Distance“ holte sich der Schwede in Island.
Für mich ist es aber vor allem eine Hamburg Erinnerung. 
Um bei Jazz zu bleiben:

Ensemble du Verre – Rooms

Sehr sanfte und gleichzeitig interessante Musik. Wurde mir auch in Hamburg bei Hanseplatte empfohlen. Mir gefällt es ganz gut und euch ?
Apropos Interessant und experimentell. ( #überleitenkannich)

Squalloscope – Soft Invasions

Entdeckt habe ich Anna Kohlweis, weil sie Sophia Hoffmanns Kochbuch „Sophias vegane Welt“ illustriert hat. Mittlerweile folge ich ihr auf Instagram (Sie macht dort super „Alltagsillustrationen“ auf Fotos) und habe ihre Musik, die sie unter dem Namen Squalloscope veröffentlicht, gehört. Die Musik ist mal etwas anderes, experimentell. Mich würde sehr interessieren, was ihr darüber denkt. Sehr schön finde ich auch ihr Musikvideo zu Hips and Envelopes.

Altes ausgraben und tanzen

Ein weiterer Tipp für diesen April und eine Notiz an mich selbst – oldies sind manchmal wirklich goldies. Bei schlechter Laune hilft es manchmal alte Platten oder Lieder rauszukramen und die souligen Töne durch den Körper fließen zu lassen. 
Besonders an grauen Tagen, wenn sich mal wieder die Wäsche türmt und aufräumen an der Reihe ist oder einem einfach nach tanzen ist. 
Wer keine alten Platten hat, oder früher einfach keinen guten Musikgeschmack hatte, könnte zum Beispiel auf die Feelin Good Playlist von Spotify zurück greifen.
Den ‚Please Like Me Fans‘ unter euch würde ich zu diesem Punk „5, 6, 7, 8“ von den Steps empfehlen oder „I’ll be fine“,  if you know what I mean 😉

Musik zum Kochen

Kochen und Musikhören – zwei meiner liebsten Beschäftigungen. 
Ich lebe ja eher nach dem Motto „Man sollte die passende Musik zu jedem Anlass haben“ als 
„Man sollte die passenden Schuhe zu jedem Anlass haben“. Wer braucht schon Schuhe? 
Deshalb sollte man auch für das Kochen die richtige Musik haben. Ich höre ganz gerne internationale Musik, zum Beispiel die Musik von dem Putumayo Verlag. Das erinnert mich immer an den Laden, in dem ich einmal gearbeitet habe – da lief das ständig.

Instagram gehirnwäscht meine Musik und Spotify Playlists


Wir alle denken, wir sind unabhängig, individualistisch. Dabei werden wir ständig beeinflusst. Ich mache mir da keine Illusionen, ich lebe in einer Blase. Jetzt ist es so weit gekommen, dass auch meine Musikauswahl davon geprägt wird. 
Auch Spotify stellt mir schon „Meinen Mix der Woche“ zusammen, der gruselig treffend ist.
Empfohlen wurde mir da zum Beispiel:

Tom Rosenthal

Schmieds Puls – I care a little less about everything now

SIND – Deine Magie

Bender and Schillinger – Rendezvous

Sufjan Stevens – The Only Thing

The Green Apple Sea – Northern Sky

Schreibt mir gerne in den Kommentaren, was ihr im April so hört.